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Affektive Arbeit in der Arbeitsvermittlung. Transformationen öffentlicher Dienstleistungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Arbeitsvermittlung ist eine zunehmend schwierige Aufgabe – angesiedelt im Spannungsfeld von steigender Erwerbslosigkeit und des Umbaus von Wohlfahrtsstaaten. Anhand eines qualitativen praxeologischen Ansatzes hat die Studie zum Ziel, die Neuausrichtung der Sozialpolitik seit den 1990er-Jahren in Richtung aktivierender Arbeitsmarktpolitik und damit die Transformation von Staatlichkeit zu analysieren. Auch in der Arbeitsvermittlung sollen Instrumente und Maßnahmen des New Public Management die Effizienz der Dienstleistung steigern. Das Forschungsprojekt möchte die Auswirkungen dieser neuen Steuerungsinstrumente auf die Arbeitsbedingungen der öffentlich Beschäftigten sowie auf deren Interaktionen mit den KlientInnen untersuchen. Die Untersuchung wird insbesondere die affektive Arbeit der ArbeitsvermittlerInnen in den Blick nehmen. Die Ausgangsvermutung des Projekts ist, dass sich das affektive Arbeitsregime in den Organisationen der Arbeitsvermittlung erheblich in Richtung „Vermarktlichung“ von Affekten, also ihres Einsatzes im Sinne der Effizienzsteigerung, und in Richtung unternehmerischer Selbststeuerung der ArbeitsvermittlerInnen verschoben hat. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf das „Arbeiten“ des aktivierenden Staates ziehen. Der Ländervergleich dreier Wohlfahrtstaaten (A, D, CH) soll herausarbeiten, ob Unterschiede oder Gemeinsamkeiten bei der Transformation von Staatlichkeit feststellbar sind.

Research teamWissenschaftlicher Beirat
  • Birgit Sauer (project leader)
  • Otto Penz (principal investigator, contact)
  • Johanna Hofbauer (national cooperation partner)
  • Myriam Gaitsch, Barbara Glinsner (junior researchers)
  • Katja Chmilewski (research assistant)
  • Jörg Flecker (Institut für Soziologie, Universität Wien)
  • Wolfgang Ludwig-Mayerhofer (Seminar für Sozialwissenschaften, Universität Siegen)
  • Chantal Magnin (Institute for Social Science Research, Johann Wolfgang Goethe University, Frankfurt/Main)
  • Alessandro Pellizari (UNIA Genf)
  • Ronald Staples (Institut für Soziologie, FAU Erlangen-Nürnberg)

Projektteam

Gefördert v FWF-Nr P25293-G22
Laufzeit: 1.4.2013 - 31.3.2016